Weitere Ursachen für Schmerzen in den Füßen – Achillessehne

Nicht nur das Sprunggelenk und die umgebenden Bänder und Sehnen können die Ursache für Fußschmerzen sein. Schmerzen im Fuß, im Fußrücken und in anderen Teilen des Fußes lassen sich auch oft auf Probleme mit der Achillessehne zurückführen. Am Ansatz der Achillessehne liegt der Fersensporn, eine knöcherner Zubildung an der Stelle, an der die Sehne ansetzt. Dieser kann zu starken Schmerzen in der Ferse führen.

Erkrankungen der Achillessehne – Achillodynie und Achillessehnenruptur

Wo liegt die Achillessehne?

Die Achillessehne befindet sich auf der Rückseite des Fußes. Sie verläuft von der Wadenmuskulatur bis zum hinteren Teil des Fersenbeins. Sie ist eine der stärksten Sehnen des Körpers und hat eine Länge von etwa 20 bis 25 Zentimeter.

Welche Funktion hat die Achillessehne?

Die Aufgabe der Achillessehne ist es, den Fuß beim Abfußen im Sprunggelenk zu beugen und beim Springen nach vorn zu schnellen. Die Kräfte, die während der Bewegung auf die Achillessehne einwirken, können bis zum Zehnfachen des Körpergewichts betragen.

Wie äußern sich Probleme mit der Achillessehne?

An der Achillessehne kann es durch falsche oder übermäßige Belastung oder durch Verletzungen zu einer Reizung der Sehne kommen. Diese Reizungen können entweder am Ansatz oder in der Mitte der Sehne auftreten werden zusammenfassend als Achillodynie, Entzündungen der Achillessehne, bezeichnet. Wird die Sehne überlastet oder falsch belastet, kann eine Reizung in verschiedenen Bereichen der Sehne auftreten, die sehr schmerzhaft sein können. Zunächst treten die Beschwerden bei einer Achillessehnenreizung nur nach dem Aufstehen oder während der ersten Schritte nach dem Loslaufen auf, in denen der Patient eine Steifigkeit und ein leichtes Schmerzgefühl verspürt. Später können stechende Schmerzen auftreten. 

Besonders häufig kommt es im unteren Bereich der Achillessehne zu Reizungen, wenige Zentimeter oberhalb von der Stelle, an der sie im Fersenbein angehaftet ist. Der Grund für diese Anfälligkeit ist, dass dies die am schlechtesten durchblutete Stelle der Achillessehne ist. Daher kann es an dieser Stelle am Ehesten zu einem teilweisen oder sogar vollständigen Riss (Ruptur) der Achillessehne kommen.

Die medizinische Diagnose der Achillodynie erfolgt durch klinische Methoden in Verbindung mit Ultraschalldiagnostik, um die genaue Lage und den Schweregrad der Reizung zu bestimmen. Wenn die Achillessehne schmerzt und die Schmerzen nach ein paar Tagen nicht von selbst abklingen, sollte man daher vom Arzt abklären lassen, ob eine Verletzung der Sehne vorliegt oder ob Ruhigstellung und Kühlung des Fußes als Behandlungsmaßnahmen genügen.

Ursachen von Achillodynie

Reizungen oder gar Risse der Achillessehne treten vor allem durch plötzliche starke Belastungen auf. Am Häufigsten passieren Rupturen der Achillessehne beim Sport, vor allem bei zu schneller Steigerung der Anforderung bei untrainierten Personen oder nach einer Trainingspause. Einige Sportarten bergen ein höheres Risiko für Verletzungen der Achillessehne als andere, dazu gehören alle Sportarten, bei denen schnelle Dehnungen, Sprints und Sprünge notwendig sind, wie beispielsweise Ballsportarten. Auch Tanzen und Langlauf kann die Achillessehne stark belasten, vor allem Laufen auf hartem Boden und in unpassenden Schuhen. Neben Sport gehören Übergewicht und Diabetes zu den Risikofaktoren für Verletzungen und Entzündungen der Achillessehne. Auch alte Verletzungen der Bänder in den Füßen und allgemeine Fehlstellungen der Füße belasten die Sehne einseitig und können Reizungen und Risse hervorrufen.

Symptome der Achillodynie

Die schwächste Stelle der Sehne, etwa 2 bis 3 cm oberhalb des Sehnenansatzes, ist meistens diejenige, an der die Überlastung als erstes auftritt. Bei einer Entzündung treten an dieser Stelle zunächst Schmerzen der Achillessehne auf, vor allem dann, wenn die Sehne gedehnt wird. Gedehnt wird die Sehne beim Heben der Zehen oder im Moment des Abdrückens des Fußes vom Boden. Auch beim Treppensteigen oder Autofahren können Schmerzen auftreten. Wenn die Symptome nicht behandelt werden, verstärken sie sich mit der Zeit und können längere Zeit zur Heilung benötigen oder im schlimmsten Fall zu einer Achillessehnenruptur führen.

Wird die Reizung der Achillessehne chronisch, treten die Schmerzen auch während der Bewegung auf und können sich währenddessen sogar verstärken. Viele Betroffene klagen über starke Schmerzen beim Treppensteigen.

Symptome einer Achillessehnenruptur

Ein Riss der Achillessehne passiert plötzlich und ist in vielen Fällen sogar hörbar. Wie ein Peitschenhieb klingt das Reißen der festen Sehne. Unmittelbar nach dem Riss tritt ein starker, stechender Schmerz in der Wade auf. In einigen Fällen kann man eine Schwellung auf der hinteren Seite des Sprunggelenks oder unterhalb der Wade tasten. An der betroffenen Stelle lässt sich häufig eine Delle oder Lücke tasten. Bei Druck auf die Sehne verspürt der Patient einen Druckschmerz. Reißt die Achillessehne ab, kann das Sprunggelenk nicht mehr gebeugt werden, weil der Wadenmuskel nicht mehr mit dem Fersenbein verbunden ist.

Therapie bei Achillodynie 

Wie bei allen Sehnenverletzungen ist auch bei Schmerzen und Verletzungen an der Achillessehne Ruhe das Wichtigste. Den Fuß ruhigzustellen und vorübergehend Belastung zu vermeiden, kann helfen, dass die Achillessehnenentzündung abklingt und die Sehne heilt. Physiotherapie und spezielle Einlagen in den Schuhen bewahrte Methoden für die Abheilung der Entzündung und den Schutz der Achillessehne.

Auch Fehlstellungen im Fußgelenk können zu Achillodynie führen. Hier gilt es, die Ursache zu beseitigen und die Fehlstellung durch bestimmte Einlagen oder Physiotherapie zu korrigieren. Eine häufige Ursache sind Senk- Spreizfüße, bei denen das Fußgewölbe kollabiert ist und der Fuß beim Abrollen nach außen abknicken kann. Dadurch entsteht eine falsche einseitige Belastung der Achillessehne. Durch Einlagen, die das Fußgewölbe stützen, kann dieses falsche Abknicken verhindert werden.

Bei einer akuten Achillodynie wird der Fuß mittels einer Schiene vorübergehend ruhiggestellt, damit die Entzündung abklingen kann. Diese Schiene sollte mindestens einen Monat und bis zu acht Wochen lang getragen werden.

Eine bedeutende Rolle bei der Behandlung von Achillodynie spielt Physiotherapie mit konsequenter Übung zu Hause, damit sich falsche Haltungen und Fehlstellungen zurückbilden.

Therapie bei Ruptur der Achillessehne 

Bei der Behandlung der Achillessehnenruptur können entweder eine konservative oder eine operative Behandlung erfolgen. Bei teilweisen Rupturen oder Vollrupturen, bei denen die beiden Stümpfe der Sehnen sich im Ruhezustand berühren, kann die Sehne auf natürliche Weise wieder zusammenwachsen. Um die Heilung zu unterstützen, werden Spezialschuhe oder Einlagen mit erhöhtem Fersenbereich verwendet.

Bei der operativen Behandlung werden die Sehnenenden miteinander vernäht und das Bein wird für etwa vier Wochen eingegipst. Danach kann die Sehne wieder belastet werden. In manchen Fällen wird für weitere zwei Wochen ein Unterschenkelgips angebracht. Reha-Maßnahmen nach der Operation begünstigen die vollständige Abheilung und Wiederherstellung der vollen Belastbarkeit der Achillessehne. Alternativ zum Gips kann auch bei einer Achillessehnenruptur eine Schiene verordnet werden.